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Acht Arbeitsschritte für Ihr Content Audit

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Hochwertiger Content ist in den letzten Jahren zunehmend ein Entscheidungskriterium für den Erfolg von Digital Projekten geworden. User erwarten von den Inhalten einen Zusatznutzen, an dem sich oft entscheidet, ob sie sich für ein Angebot tatsächlich interessieren.

Hochwertiger, aktueller und relevanter Content setzt voraus, dass Sie auf Ihrer Internetpräsenz den Überblick behalten – früher oder später steht dafür ein Content Audit an. Sie überprüfen damit, ob der Content auf der Seite noch Ihren Zielen, Ihren Qualitätsanforderungen und natürlich den Bedürfnissen Ihrer Leser angemessen ist. Auf dem Digital Managers Treffen bei der Österreich Werbung haben sich die Kommunikationsexperten des Advatera Netzwerks mit diesem Thema ausführlicher beschäftigt.

Was ist ein Content Audit?

Vor allem, wenn Sie für Ihre Webseite oder auch Ihr Intranet eine Überarbeitung planen, kommen Sie um ein Content Audit nicht herum – dies gilt für komplette Überarbeitungen der Seite ebenso wie für die Erneuerung von Teilbereichen. Im Gegenteil: ein Content Audit ist eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg Ihres Projekts. Dabei geht es darum, alle Inhalte einer Seite zu erfassen, zu überprüfen, zu bewerten und in einer großen Liste zu erfassen. Donna Spencer – User-Experience-Designerin und Expertin für das Strukturieren großer Content-Mengen – empfiehlt, dafür eine einfache Tabelle zu verwenden, in welche für den Content einer Seite alle relevanten Informationen eingetragen werden. Das ganze ist keine große Wissenschaft, aber es erfordert viel Zeit und Aufwand. Aufwand welcher sich langfristig aber lohnt.

Folgende Inhalte dürfen bei einem Content Inventory nicht fehlen:

  • Navigationshierarchie
  • Titel / Überschrift
  • URLs
  • Kommentare
  • Detailangaben zum Inhalt (Kurzfassung)
  • Aktualität
  • Autor
  • Wissensträger
  • Kommentar
  • Bewertung

Um Ihr Content Inventory zu erleichtern, haben wir eine beispielhafte Excel Tabelle vorbereitet. Hier können Sie diese kostenlos herunterladen.

Umfang Ihres Content Audit

Für ein Content Audit gibt es zunächst drei Möglichkeiten:

  1. Eine vollständige Inventur des Contents Ihrer Seite
  2. Eine partielle Content-Inventur – beispielsweise zur Erfassung des in einem bestimmten Zeitraum publizierten Contents oder der Inhalte der Top-Levels einer hierarchisch aufgebauten Seite
  3. Ein weniger detailliertes Content-Sample, das relevanten Content in selektiver und exemplarischer Form erfasst

Welche Arbeitsschritte und Prozesse sind für ein Content Audit wichtig?

Diese Anforderungen klingen zunächst recht abstrakt. Im Rahmen des Digital Managers Treffens haben wir daraus konkrete Arbeitsschritte und Prozesse abgeleitet:

  1. Definition des Qualitätsstandards für den jeweiligen Content

Eine pauschale Antwort auf die Frage, wie hochwertiger Content definiert wird, gibt es nicht. Die Definition der Qualitätsstandards muss unternehmens- und branchenspezifisch erfolgen. Zudem bedürfen auch die Qualitätsstandards einer regelmäßigen Überprüfung. Sie sind die Basis für das Qualitätsmanagement des Contents sowie für das Audit selbst.

 

  1. Fixierung der Analysekriterien für das Content Audit

Bei diesem Arbeitsschritt geht es darum, für die Bewertung des Contents nach den zuvor definierten Qualitätsstandards qualitative und/oder quantitative Kriterien zu finden. Mögliche Analysekriterien in diesem Kontext können beispielsweise Aktualität, Informationswert, Zielgruppenspezifik oder auch die multimediale Gestaltung des publizierten/zu publizierenden Contents sein.

 

  1. Definition des Umfangs/der Stichprobe für das Audit

Planen Sie eine komplette Content-Inventur oder „nur“ ein Sample-Audit? In der Praxis wird der Aufwand für ein komplettes Audit die Grenzen der personellen und zeitlichen Ressourcen oft überschreiten. Eine aussagefähige Stichprobe kann beispielsweise zehn Prozent des Gesamtcontents umfassen – die Auswahl sollte nach dem Zufallsprinzip erfolgen.

 

  1. Welche automatisierten Auswertungen sind möglich?

Ein Content-Audit muss nicht ausschließlich manuell erfolgen – viele Kriterien können auf automatisierter Basis ausgewertet werden. Falls eine Webseite mit Hilfe eines Content Management Systems (CMS) betrieben wird, liefert das System mindestens eine Liste aller Unterseiten. Donna Spencer verweist in ihrem Artikel darauf, dass ein gutes CMS meist auch in der Lage ist, anhand vordefinierter Kriterien ein automatisiertes Basis-Audit vorzunehmen. Alternativ können digitale Tools für die Content-Analyse diese Arbeit leisten. Die Ergebnisse des automatisierten Audits werden in einem zentralen Bericht gelistet.

 

  1. Qualitative Prüfung und Bewertung

Im nächsten Schritt werden Kriterien, die nur durch qualitative Befragungen erhebbar sind, erfasst und in den Bericht integriert. Hierfür wird oft nur ein Teil der Stichprobe herangezogen. Die Informationsgewinnung für die qualitative Prüfung kann über Fragebögen oder durch Fokusgruppen – also den direkten Dialog mit den potentiellen Nutzern der Webseite – erfolgen.

 

  1. Ist- Soll-Vergleich der Ergebnisse des Audits mit den Qualitätsmanagement-Zielen

Die Ziele für das Qualitätsmanagement des Contents wurden spätestens im ersten Arbeitsschritt des Audits festgelegt. Ein Soll-Ist-Vergleich gibt Aufschluss darüber, wo Unternehmen bei der Umsetzung ihrer Content-Strategien stehen und in welchen Bereichen Optimierungsbedarf gegeben ist.

 

  1. Ableitung von Maßnahmen zur Content-Optimierung

Aus den Ergebnissen des Audits wird sich in der Regel an einigen Stellen Handlungsbedarf ergeben. Wichtig ist, dass daraus konkrete Maßnahmen und auch entsprechende personelle  Verantwortlichkeiten zur Content-Optimierung abgeleitet werden.

 

  1. Lessons learnt – nach dem Audit ist vor dem Audit

Letztlich ist ein Content Audit kein statisches Ereignis oder ein einmaliger Prozess – Optimierungsbedarf für den Content einer Seite wird es immer wieder geben. Empfehlenswert ist, ein Content Audit in regelmäßigen Intervallen vorzunehmen. Idealerweise sind damit auch Überprüfungen und Anpassungen der generellen Content-Strategie verbunden.

 

Wann haben Sie Ihren letzten Content-Audit erstellt?

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