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Was es bedeutet, Führungskraft in einer immer stärker digitalisierten Welt zu sein…

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Interview mit Gareth Main, Head of Online Merchandising beim Guardian. Übersetzt aus dem englischen original Interview.

Gareth MainDas Digital Leadership Forum, bei der Sie die Keynote-Präsentation halten werden, beschäftigt sich in diesem Jahr unter anderem mit Führung und Teamarbeit digitalen Zeitalter. Was bedeutet es, eine  Führungskraft in der heutigen Zeit zu sein?

Eine Führungskraft in der digitalen Welt zu sein, bedeutet, allen Möglichkeiten offen gegenüber zu stehen. Wir leben in einer Zeit der starken Veränderung. Um ein Team zur fortlaufenden Innovation zu motivieren, sind Führungskräfte notwendig, die durch bisher gelebete Arbeits- und Denkweisen einschränken lassen. Innovatoren innerhalb der Teams gehören identifiziert und gefördert.

Beim Guardian führen Sie ein internationales Team. Welche Führungskompetenzen sind Ihrer Meinung nach heute ausschlaggebend?

Es ist ausschlaggebend, die richtigen Personen einzustellen. Was die Qualität betrifft, sollten Sie keine Kompromisse eingehen – falls jemand die falsche Position innehat, bremsen Sie nur den Erfolg des Unternehmens aber auch den Erfolg der jeweiligen Person. Ich sehe leider zu häufig, dass schlechte Personalentscheidungen zu weiteren schlechten Personalentscheidungen führen – die Ansteckungsgefahr ist groß. Eine Führungskraft muss außerordentlich gute Teams zusammenstellen können und es diesen Teams ermöglichen, über ihre Rollen hinauszuwachsen.

Gerade in einem internationalem Team ist das von noch höherer Bedeutung. Falls Sie eine online Merchandising-Strategie erstellen müssen, die in Großbritannien, den USA und Australien funktioniert, müssen Sie sicherstellen, dass Sie mit lokalen Spezialisten arbeiten, welche die globale Strategie des Unternehmens verstehen und wissen, wie diese an die Bedürfnisse des lokalen Publikums angepasst werden kann.

Einer Ihrer großen Erfolge ist die Erhöhung der online Merchandising-Einnahmen des Guardian um mehrere Millionen. Was sind im Bereich des Online-Merchandising die drei wichtigsten Faktoren für den Erfolg und wohin bewegt sich die Branche Ihrer Meinung nach?

Es ist definitiv die verstärkte Nutzung von Daten, die zukünftige Erfolge sicherstellen wird. Damit meine ich nicht nur Rohdaten – die Branche bewegt sich auch sehr schnell in Richtung der Nutzung psychologischer Theorien und Personas. Ein tiefes Verständnis des Nutzers basiert auf mehr, als der reinen Analyse von Daten. Um effektiv zu personalisieren, müssen Sie genau verstehen, was Benutzer wann und warum tun. Für den Guardian ist das eine besondere Herausforderung – wir haben ein Publikum, das Artikel lesen und redaktionelle Inhalte sehen möchte, weshalb wir es Benutzern ermöglichen müssen, das ohne Unterbrechung und Hürden zu tun. Gleichzeitig müssen wir über Benutzer, die sich für unsere Produkte und Services interessieren, ein Einkommen generieren.

Ein Schlagwort, das in den letzten Jahren jeder Verkäufer verwendet, ist „Engagement“. Wie definieren und messen Sie es?

Für uns gibt es viele verschiedene Formen von Engagement. Im Bereich des Online-Merchandisings beschreibt Engagement ganz klar, wie Menschen mit unseren Kampagnen interagieren – und wann und warum sie das tun. Unsere Methoden zur Messung des Engagements hängen davon ab, welche Handlung wir vom Benutzer erwarten. Manche Pfade sind tiefer als andere und einige Konversionen benötigen mehrere Kontaktpunkte und Sitzungen – wir müssen uns entsprechend anpassen.

Was können wir uns von Ihrer Keynote erwarten? Was werden wir lernen?

Gareth Main, Leiter des Online-Merchandisings bei Guardian News & Media, ist in diesem Jahr der Keynote Speaker des Digital Leadership Forum 2015, welches von 8.-9. Juni in Wien stattfindet.

Die Leser des Guardian kommen nicht zu uns, um uns Geld zu geben. Als großes internationales Unternehmen haben wir viele Produkte und Services. Welcher Service oder welches Produkt ist aber für den einzelnen Leser relevant? Was das Online-Merchandising betrifft, stehen wir vor der riesigen Herausforderung, in Einzelpersonen zu denken und diese zu verstehen. Falls Sie ein Nischenprodukt oder eine Nischen-Nachricht haben: wie können Sie kommunizieren, ohne Menschen abzuschrecken, die nicht daran interessiert sind? Wie sprechen Sie Einzelpersonen an? Ich werde einige Beispiele der Guardian-Webseite verwenden, um den Wert dieser Vorgehensweise zu erklären.

Wir freuen uns darauf, beim Digital Leadership Forum weitere Einblicke in das Expertenwissen von Gareth Main und zahlreicher anderer inspirierender Gastredner zu erhalten.

This post is also available in: Englisch

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