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Intranet: Mit Dialog zum Erfolg – und durch die Krise

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Komplexe Organisationsstrukturen und Hierarchiestufen führen dazu, dass Informationen vom Top-Management nur langsam an Mitarbeiter weitergegeben werden. Dies wird gerade in Krisenzeiten oft zum Problem. Stephen Elop, ehemaliger CEO von Nokia, erkannte das. An seinem ersten Tag bei Nokia stellte er im Facebook-ähnlichen Intranet die simple Frage, was er am Unternehmen ändern solle und welche Herausforderung er womöglich übersehe. All das in einer Situation, in der es dem Unternehmen offensichtlich nicht gut ging. Die Antworten der Mitarbeiter kommentierte Elop persönlich und brachte sie auch bei Versammlungen zur Sprache. In kurzer Zeit konnte er einen direkten Dialog mit den weltweit verstreuten Mitarbeitern aufbauen und so seine Ansichten in Bezug auf den Unternehmenswandel rasch und direkt kommunizieren. So hilft das Intranet, bestehende Strukturen aufzubrechen und einen direkten Dialog über Hierarchiestufen hinweg zu realisieren.

Was tun bei Negativkommentaren?

Viel Unternehmer haben noch Bedenken davor, Kommentare zuzulassen. Was tun bei negativen Rückmeldungen und wie umgehen mit offener Kritik? Was, wenn der Artikel zur Kündigung eines Top-Managers im Unternehmen auf einmal mehr ‚Likes‘ bekommt als jener zu einem neuen Produkt? Bei unseren Expertentreffen werden genau diese Themen diskutiert. Das Ergebnis ist pragmatisch: Jene Unternehmen, die Mitarbeiterkommentare in ihren internen Medien bereits zulassen, berichten nur selten von Eskalationen. Und wenn einmal negativ kommentiert wird, so ermöglicht das Mitarbeiterportal eine Moderation des Themas – im Gegensatz zur Gerüchtebörse in der Kaffeeküche. Wenn die Kommentare zudem mit dem Namen der Mitarbeiter versehen werden, wird automatisch eine höhere Qualität in den Kommentaren gewährleistet. Das Intranet sollte die technologische Basis für einen offenen und ehrlichen Dialog im Unternehmen schaffen.

Feedbackmöglichkeiten als internes Stimmungsbarometer

Wilhelm Pedak, Leiter der internen Kommunikation der ÖBB-Infrastruktur, sieht einen weiteren wesentlichen Vorteil durch die Öffnung des Feedbackkanals im Intranet: Er bezeichnete in einem Vortrag die Kommentare als Seismographen der internen Kommunikation. Die Möglichkeit zum Feedback sei die einmalige Chance zu erkennen, welche Themen auf Mitarbeiterebene gerade im Gespräch sind und welche Themen überbewertet werden. Die Gewichtung der Themen ist ein wichtiger Beitrag für die professionelle Gestaltung der redaktionellen Inhalte.

Der redaktionell betreute Teil vermittelt dabei nicht nur Vision, Ziele und Strategie sondern regt zur Beteiligung an und ist eine Erweiterung zu klassischen Informationskanälen wie Print und Mitarbeiterevents. In der heutigen Wissensgesellschaft erleben wir einen Umbruch: Medien leben nicht mehr von der Relevanz der Inhalte, sondern von deren Resonanz. Mehr ‚likes‘, mehr Umsatz scheint die neue Devise. Umso wichtiger wird die Qualität der internen Medien und der redaktionell gestalteten Inhalte welche die Leitlinie vorgeben. Der von Nutzern gestaltete Inhalt unterstützt, bringt neue Perspektiven und vertieft den Informationsgehalt.

Wie offen ist Ihr Intranet? Welche Erfahrungen haben Sie mit Likes und Nutzerkommentaren?

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