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Recap Digital Leadership Forum 2016

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Zwei produktive Tage mit Advatera und Digital Managern aus ganz Europa

Am 6. und 7. Juni 2016 trafen sich in Wien Digital Manager aus ganz Europa zum Digital Leadership Forum. Gastgeber des jährlich stattfindenden Events ist seit 2013 das Expertennetzwerk Advatera.

 

Der Faktor Mensch im digitalen Wandel

Den Auftakt der Digital Leadership Conference bildete am 6. Juni ein Workshop mit Tania Tasheva über die Etablierung einer digitalen Kultur bei Heineken. Als Change- und Kommunikationsmanagerin agiert Tania im Fokus des strukturellen und digitalen Wandels im Unternehmen. In ihrem Workshop ging es darum, warum der Faktor Mensch darin von entscheidender Bedeutung ist. Schließlich bedeuten neue Prozesse und Arbeitsweisen immer auch, dass bisher Praktiziertes endet. Überzeugende Antworten auf die Frage „Why Change?“ sind dabei erfolgsentscheidend.

 

Content-Produktion mit Drohnen, neue Möglichkeiten durch mobile Sprachassistenten

Die digitale Kommunikation lebt unter anderem von hochwertigem und aktuellem Content, der im Internet allerdings auch hohe Sichtbarkeit erzielen muss. Reinhard Lanner von der Salzburger Land Tourismus Gesellschaft (SLGT) stellte in diesem Kontext gleich zwei spannende Themen und innovative Lösungen vor:

  • Mit Drohnen aufgenommene Videos ermöglichen deutliche Kostensenkungen bei der Produktion von visuellem Content. Professionelle Videos wie dieses Beispiel aus der Touristikbranche [https://www.youtube.com/watch?v=krRQaJ-RkmA] erfordern dank des technischen Wandels nur noch Investitionen von wenigen tausend Euro.Auch Live Videos für die Veröffentlichung in Kanälen wie Facebook oder YouTube lassen sich mit dieser Technik kostengünstiger produzieren. Sie sind aufmerksamkeitsstark und eine exzellente Möglichkeit, um Emotionen zu übertragen.
  • Im zweiten Themenschwerpunkt seines Workshops beschäftigte sich Reinhard mit dem Möglichkeiten von Sprachassistenten wie Siri oder Google Now, die für die Auffindbarkeit von (kommerziellem) Content im mobilen Internet immer größere Bedeutung gewinnen. In seinen Arbeitsbeispielen ging es um die saubere Auszeichnung von Content für diese Dienste und den Effekt auf die Auffindbarkeit von Inhalten Netz.

 

Wann ist das Intranet auch für die Mitarbeiter interessant?

Cary Rueda, Kommunikationsexperte des britischen Unternehmens Öl- und Erdgasunternehmens Petrofac, hat sich in seinem Workshop der Motivation von Mitarbeitern zur Nutzung von internen digitalen Kommunikationskanälen angenommen. Seine These: Für die digitale Kommunikation in Unternehmen gilt das Motto „Your child will follow your example, not your advise“. Das Intranet wird nur dann genutzt und akzeptiert, wenn die Digitalverantwortlichen im Unternehmen in dieser Hinsicht Vorbild sind. Beispielsweise werden die Mitarbeiter sehr wahrscheinlich nicht darauf verzichten, Dateien als Attachment zu versenden und sie stattdessen in die digitale Collaboration Plattform stellen, wenn es der Digitalverantwortliche in der Firma auch nicht macht.

Außerdem gestalteten die Teilnehmer seiner Workshop Gruppe eine Kampagne zur Motivation der Mitarbeiter für die digitale Kommunikation. Grundlage der Gruppenarbeit war ein global agierendes Unternehmen, das sich aktuell in einer wirtschaftlich schwierigen Lage befindet und außerdem zwei verschiedene Kulturen integrieren muss. Das Intranet der Firma ist technisch und auch inhaltlich komfortabel ausgestattet. Trotzdem war es im ersten Jahr nur für eine Minderheit der Mitarbeiter interessant genug für eine regelmäßige Nutzung. An der Frage, wie sich die Akzeptanz des Intranets im Unternehmen messbar und nachhaltig verbessern lässt, probierten sich vier Arbeitsgruppen aus. Natürlich hab es auch einen Preis für die beste Gruppe und Kampagne.

 

„Do you change your people?“: Drei Ebenen des digitalen Wandels

Julia Sloan von EY ging in ihrem Vortrag auf drei Ebenen des digitalen Wandels ein:

  • Der Purpose (Zweck) und damit der Wert des Wandels muss jedem Mitarbeiter klar sein (was übrigens mit dem Ansatz „Train the why, not the how“ sehr gut übereinstimmt).
  • Vertrauen ist ein ganz wichtiger Wert im digitalen Wandel. Julia hat diese Tatsache mit zahlreichen Studien untermauert, die zeigen, dass Teams mit höherem Vertrauen auch bessere Leistungen erbringen. In einem Live-Beispiel demonstrierte sie dem Publikum die Ebene des Vertrauens: Dem Sitznachbarn wurden jeweils drei Fragen zur Kindheit gestellt, von denen die dritte recht persönlich war. Durch die Beantwortung der drei Fragen konnte ihr Auditorium die Vertrauensebene live erleben.
  • Kreativität ist die dritte Ebene des Wandels. Auch hier hat Julia wieder ein Live-Beispiel eingebaut – diesmal ging es darum, den Sitznachbarn zu zeichnen. Kinder haben damit kein Problem, sie wenden ihre Kreativität einfach an. Bei Erwachsenen geht das Vertrauen in die eigene Kreativität dagegen oft verloren. In Unternehmen müssen wir daher die Kreativität der Mitarbeiter mit Motivation und auch mit Workshops fördern. Schließlich sind kreative Menschen auch für Neues offen.

 

Change Communication: Informationslücken blockieren Wandel

Cornelia Erschen von Roche Diagnostics sprach über die Bedeutung von lückenloser Kommunikation für den Erfolg des Wandels. Ein Problem beim Change in Unternehmen ist häufig, dass Mitarbeiter zum Zeitpunkt der Entscheidung einen wesentlich geringeren Informationsstand haben als das Management. Die Gründe für Entscheidungen und Change-Prozesse sind folglich der breiten Masse oft nicht wirklich klar. Motivation, den Wandel aktiv mitzutragen, kann daraus nicht entstehen.

In Change-Prozessen besteht die Aufgabe der hausinternen Kommunikationsexperten folglich auch darin, die Informationslücke zwischen Management und Mitarbeitern möglichst gering zu halten. Daher ist es in der Veränderungskommunikation sehr wichtig, nicht nur am Projektanfang und –Ende, sondern auch in den schwierigen Phasen der Veränderung zu kommunizieren.

Ebenso wichtig ist, die neue Situation durch Kommunikationsmaßnahmen positiv zu belegen. Cornelia nennt hierfür drei wesentliche Komponenten:

  • Das Erzählen von Success Stories
  • Das Schaffen von Ritualen – beispielsweise durch das Feiern von Erfolgen
  • Dank und Anerkennung für die Beteiligten von Change-Prozessen.

 

Loyalty Loop: Nachhaltige Kundenbindung statt klassischer Vertrieb

Adriaan Bloem von MBC zeigte eindrucksvoll, dass der klassische Sales Funnel „old school“ – also weitgehend veraltet – ist. Erfolgreiche Unternehmen müssen sich stattdessen über den Loyalty Loop Gedanken machen, denn einen Kunden zu behalten und zu einem erneuten Kauf zu bewegen, ist immer günstiger als Neukunden zu gewinnen.

Einen weiteren Effekt beschreibt Adrian mit der Dunning-Kruger-Kurve. Oft haben gerade diejenigen, die noch wenig Erfahrung haben, besonders hohes Vertrauen in ihre eigene Leistung. Mit steigender Erfahrung kommt die Erkenntnis, dass sie doch nicht alles wissen. Und selbst die wirklichen Experten erkennen häufig, dass sie nur einen bestimmten Teil des Wissens zu einem bestimmten Thema haben. Was wir von den Webdesignern bereits kennen – der Neffe des CEOs ist doch noch immer der beste Webdesigner – gilt auch für Facebook & Co. (und andere Bereiche der digitalen Welt).

Außerdem plädiert Adriaan dafür, Buzzwords nicht zu ernst zu nehmen:

  • Big Data steht halt für „mehr Daten, als wir gewohnt sind“
  • Cloud dafür, dass die Server „wohl nicht im eigenen Haus stehen“
  • Content Marketing halt für „Marketing mit Content“
  • und Block Chain für „so etwas wie Bitcoin in einer anderen Branche, aber niemand versteht es wirklich“.

 

Das Wien Erlebnis

Wie jedes Jahr war das Digital Leadership Forum auch diesmal von einem Rahmenprogramm begleitet, um den Teilnehmern eine intensives Wien Erlebnis zu bieten. Bei der Wien-Führung ging es in diesem Jahr vor allem um den Jugendstil. Unsere Veranstaltung fand direkt gegenüber der Secession statt – diese Ausstellungshalle war von Künstlern um 1900 geschaffen worden, um Jugendstil und Art Déco voranzubringen. Auch sie hatten also bereits erkannt, dass sie zusammen mehr erreichen konnten als ein Einzelkämpfer – in der heutigen digitalen Welt ist aus dem gleichen Grund von Collaboration die Rede.

Der erste Tag des Digital Leadership Forums 2016 klang mit einem Get-Together im Museumsquartier bei wunderbarem sommerlichem Wetter aus. Den Konferenztag haben wir auf der Terrasse des Novomatic Forums beendet.

Wir freuen uns jedenfalls bereits jetzt auf das nächste Digital Leadership Forum 2017 in Wien. In der Zwischenzeit gibt es natürlich unsere regelmäßigen Treffen der Intranet Expertengruppe, der Fachkreise Digital Manager Österreich und Digital Managers Schweiz sowie aller weiteren Expertengruppen rund um digitale interne und externe Kommunikation.

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